Entwicklung
Fachkräfte in der Entwicklungszusammenarbeit arbeiten in Projekten der internationalen Zusammenarbeit, meist im Ausland, und unterstützen lokale Partner in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Verwaltung oder Landwirtschaft. Sie beraten, qualifizieren Personal und steuern Projektmittel.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Entwicklung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.500 € | 4.200 € | 42.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.600 € | 5.500 € | 55.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.000 € | 7.500 € | 72.000 € |
Große Durchführungsorganisationen zahlen nach eigenem Haustarifvertrag, etwa dem Tarifvertrag der GIZ, kirchliche Träger nach AVR oder in Anlehnung an den TVöD; kleine Vereine liegen deutlich darunter. Bei Auslandseinsätzen kommen Auslandszuschläge, Wohnraum- und Kaufkraftausgleich hinzu, die das verfügbare Einkommen erheblich verändern, während Entwicklungshelfer nach dem Entwicklungshelfer-Gesetz kein Gehalt, sondern Unterhaltsgeld und Sozialleistungen erhalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Fachkraft in der Entwicklungszusammenarbeit?
Die Arbeit findet in Projekten statt, die von staatlichen Organisationen wie der GIZ, von kirchlichen Trägern, politischen Stiftungen oder privaten Hilfsorganisationen getragen werden. Eine Fachkraft berät zum Beispiel ein Bildungsministerium bei der Reform der Lehrerausbildung, baut mit einer Kommunalverwaltung ein Abfallkonzept auf, schult Mitarbeitende einer lokalen Nichtregierungsorganisation in Buchhaltung oder begleitet Kleinbauernverbände bei der Vermarktung. Der Alltag besteht weniger aus praktischer Hilfe als aus Beratung, Fortbildung, Aushandeln und Verwalten: Werkstattgespräche mit Partnern, Bedarfsanalysen, Arbeitsplanung, Mittelabrufe, Berichte an Geldgeber, Auswertung von Wirkungsindikatoren. Dazu kommen Fahrten in Projektregionen, oft über schlechte Straßen, und viel Koordination mit anderen Organisationen. In der Zentrale in Deutschland arbeiten Kolleginnen und Kollegen an denselben Projekten von der Steuerungsseite: Antragsprüfung, Vertragsgestaltung, Controlling, Auswahl und Vorbereitung von Fachkräften.
Wie wird man Fachkraft in der Entwicklungszusammenarbeit?
Es gibt keine Ausbildung für dieses Feld, sondern einen Fachberuf plus Zusatzqualifikation. Verlangt wird in der Regel ein abgeschlossenes Studium, häufig in Sozialwissenschaften, Pädagogik, Agrarwissenschaft, Wirtschaft, Public Health, Geographie oder Ingenieurwesen, und mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung im eigenen Fach. Wer aus einem handwerklichen oder gewerblich-technischen Beruf mit Meisterprüfung kommt, hat in der Berufsbildungszusammenarbeit ebenfalls gute Chancen. Zusätzlich verlangen die Träger interkulturelle Vorbereitungskurse, Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch, Spanisch oder Portugiesisch und meist Kenntnisse in Projektmanagement. Aufbaustudiengänge zu Entwicklungszusammenarbeit oder das Nachwuchsprogramm einzelner Organisationen sind gängige Einstiege. Ein Direkteinstieg nach dem Bachelor ist selten; Praktika, Freiwilligendienste und Auslandsaufenthalte gelten als Mindestvoraussetzung, ersetzen aber keine Berufserfahrung.
Was der Beruf verlangt
Die Verträge sind fast immer befristet, oft auf zwei bis vier Jahre und an die Laufzeit eines Projekts gebunden. Wer im Feld arbeitet, zieht mehrfach um, häufig mit Familie, häufig in Länder mit eingeschränkter medizinischer Versorgung, hoher Kriminalität oder politischen Krisen. Sicherheitsvorschriften begrenzen die Bewegungsfreiheit, Evakuierungen kommen vor. Fortschritte sind langsam und hängen von Partnern ab, die eigene Interessen haben; Projekte scheitern oder werden politisch gestoppt. Der Verwaltungsaufwand ist hoch, die Berichtspflichten gegenüber dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung oder der EU nehmen einen erheblichen Teil der Arbeitszeit ein. Auch die Rückkehr nach Deutschland ist ein Bruch: Anschlussstellen im Inland sind knapp, und Auslandserfahrung wird auf dem heimischen Arbeitsmarkt nicht automatisch honoriert.
Aussichten
Die Nachfrage nach Fachkräften mit belegbarer Berufserfahrung ist stabil, vor allem in Berufsbildung, Klimaanpassung, Gesundheit, Verwaltungsreform und Friedensarbeit. Zugleich verlagern die Organisationen immer mehr Aufgaben an lokales Personal, sodass entsendete Kräfte stärker in Beratungs- und Steuerungsrollen gebraucht werden als in operativen. Kürzungen im Entwicklungshaushalt wirken sich unmittelbar auf die Zahl der Stellen aus. Wege nach oben führen über Projekt- und Programmleitung, Länder- oder Regionalverantwortung, Fachplanung in der Zentrale oder in die Beratung von Ministerien und Stiftungen. Viele wechseln nach einigen Jahren in Verbände, Kommunen, humanitäre Hilfe oder in die Bildungsarbeit im Inland.
Aufgaben
- Partnerorganisationen fachlich beraten und begleiten
- Fortbildungen und Workshops für lokales Personal planen und durchführen
- Projektpläne, Budgets und Mittelabrufe erstellen
- Fortschritts- und Verwendungsnachweise für Geldgeber schreiben
- Wirkung anhand von Indikatoren erheben und auswerten
- Mit Behörden, anderen Organisationen und Geldgebern abstimmen
- Ausschreibungen begleiten und lokale Dienstleister auswählen
- Sicherheitslage beobachten und Vorgaben im Team umsetzen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Hochschulstudium oder gleichwertige Fachqualifikation, etwa Meisterprüfung
- Mehrjährige Berufserfahrung im eigenen Fachgebiet
- Sehr gute Englischkenntnisse, je nach Region Französisch, Spanisch oder Portugiesisch
- Interkulturelle Vorbereitung und Erfahrung mit Projektmanagement
- Tropentauglichkeit nach arbeitsmedizinischer Untersuchung, Bereitschaft zu Impfungen
- Belastbarkeit unter unsicheren Bedingungen und Bereitschaft zu häufigen Umzügen
- Fahrerlaubnis und Erfahrung im Fahren auf schwierigem Gelände
Wo man arbeitet
- Staatliche Durchführungsorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit
- Kirchliche Hilfswerke und Fachdienste
- Private Nichtregierungsorganisationen und Vereine
- Politische Stiftungen
- Projektbüros und Partnerinstitutionen im Ausland
- Beratungs- und Consultingunternehmen mit Entwicklungsmandat
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Fachstudium von drei bis fünf Jahren mit Bachelor- oder Masterabschluss, anschließend zwei bis fünf Jahre Berufserfahrung im erlernten Fach. Darauf folgt eine Zusatzqualifikation, etwa ein einjähriger Aufbaustudiengang zur Entwicklungszusammenarbeit oder ein Vorbereitungskurs des entsendenden Trägers samt Sprachtraining. Auch Fachkräfte mit Meisterprüfung und langer Praxis werden für die Berufsbildungszusammenarbeit ausgewählt.
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