Zum Inhalt springen
IT & Software

Development Engineer

Development Engineers – im Deutschen Entwicklungsingenieure – konstruieren, berechnen und testen neue Produkte, Bauteile oder Anlagen bis zur Serienreife. Sie arbeiten meist in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Industrieunternehmen.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Development Engineer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.600 € 5.500 € 6.500 € 66.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 7.000 € 9.000 € 84.000 €

Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über dem Niveau kleiner Mittelständler und vieler Entwicklungsdienstleister. Auch die Region spielt eine große Rolle, Süddeutschland zahlt spürbar mehr als der Osten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Development Engineer?

Ein Development Engineer entwickelt technische Produkte von der ersten Idee bis zum fertigungsreifen Stand. Am Anfang steht ein Lastenheft: Der Kunde oder das Produktmanagement gibt Anforderungen vor – Gewicht, Leistung, Lebensdauer, Kosten, Zulassungsnormen. Daraus entstehen Konzepte, CAD-Modelle, Berechnungen und Prototypen. Der Alltag besteht aus Konstruktionsarbeit in CATIA, NX oder SolidWorks, aus Simulationen mit FEM- oder CFD-Werkzeugen, aus Bauteilbestellungen bei Lieferanten und aus Prüfstandsversuchen, deren Ergebnisse anschließend ausgewertet und in die nächste Konstruktionsstufe zurückgeführt werden.

Ein großer Teil der Arbeit ist Abstimmung. Development Engineers sitzen zwischen Fertigung, Einkauf, Qualitätssicherung und Vertrieb. Die Fertigung will ein Teil, das sich herstellen lässt, der Einkauf eines, das billig ist, die Qualitätssicherung eines, das nachweisbar sicher ist. Dazu kommen Dokumentation, Freigabeprozesse, Änderungsmanagement und Normenrecherche – Tätigkeiten, die viele Berufseinsteiger unterschätzen.

Je nach Branche unterscheidet sich der Schwerpunkt deutlich. In der Automobilindustrie dominieren Serienentwicklung und Termindruck, im Maschinen- und Anlagenbau häufig Einzel- und Sonderanfertigungen, in der Medizintechnik Regulatorik und Nachweisführung. In der Elektronik- und Softwareentwicklung heißt der Titel oft ebenso, die Arbeit besteht dann aus Schaltungsentwurf, Firmware oder Testautomatisierung.

Wie wird man Development Engineer?

Üblich ist ein Studium des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, der Mechatronik, der Verfahrenstechnik oder eines vergleichbaren Fachs, abgeschlossen mit Bachelor oder Master. Der Master ist in Konzernen weit verbreitet, in mittelständischen Betrieben genügt häufig ein Bachelor. Praktika, Werkstudententätigkeit und eine Abschlussarbeit im Unternehmen sind bei der Einstellung wichtiger als die Note allein.

Ein Quereinstieg ist möglich, aber nicht über Nacht. Technikerinnen und Techniker oder Konstrukteure mit langer Praxis wechseln in Entwicklungsabteilungen, meist zunächst in die Konstruktion oder Versuchstechnik. Auch Absolventen der Physik oder Informatik kommen über Simulation, Messtechnik oder Steuerungsentwicklung hinein. Erwartet werden solide CAD-Kenntnisse, Verständnis für Werkstoffe und Fertigungsverfahren und in vielen Häusern gutes technisches Englisch.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind meist regulär, oft mit Gleitzeit und Homeoffice-Anteil. Vor Meilensteinen, Messen oder Serienstarts kippt das jedoch: Dann kommen Überstunden, Prüfstandsschichten am Wochenende und Dienstreisen zu Lieferanten oder Erprobungsstandorten dazu. Wer Konflikte scheut, tut sich schwer, denn Entwicklung bedeutet dauernd, technische Positionen gegen Kosten- und Terminvorgaben zu verteidigen. Frustrierend ist für manche, wie viel Zeit auf Dokumentation, Freigabeschleifen und Abstimmungsrunden entfällt und wie oft Projekte gestrichen werden, bevor etwas Sichtbares entsteht. Fachlich muss man dazulernen, weil Werkzeuge, Normen und Antriebs- oder Fertigungstechnologien sich schnell ändern.

Aussichten

Die Nachfrage nach Entwicklungsingenieuren ist stabil, aber ungleich verteilt. Elektrifizierung, Automatisierung, Energietechnik und Medizintechnik suchen Fachkräfte, klassische Verbrenner- und Zulieferbereiche bauen ab. Wer bereit ist, Branche oder Region zu wechseln, findet in der Regel eine Stelle. Entwicklungswege führen zur Fachspezialistin für ein Sachgebiet, zur Projekt- oder Teamleitung, in das technische Produktmanagement, in die Systemarchitektur oder in die technische Beratung. Möglich ist auch der Weg über Entwicklungsdienstleister, der schnelle Projekterfahrung bringt, meist aber geringere Bezahlung als in der Industrie.

Aufgaben

  • Anforderungen aus Lastenheften in technische Konzepte übersetzen
  • Bauteile und Baugruppen im CAD konstruieren und Zeichnungen ableiten
  • Festigkeits-, Strömungs- oder Toleranzberechnungen durchführen
  • Prototypen aufbauen lassen und auf Prüfständen erproben
  • Versuchsergebnisse auswerten und Konstruktionsänderungen ableiten
  • Lieferanten technisch bewerten und Bauteile freigeben
  • Entwicklungsstände, Normnachweise und Änderungen dokumentieren
  • In Projektteams mit Fertigung, Einkauf und Qualitätssicherung abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium in Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik oder einem verwandten Fach
  • Sichere Anwendung eines CAD-Systems, häufig zusätzlich Simulationswerkzeuge
  • Verständnis von Werkstoffen, Fertigungsverfahren und Toleranzen
  • Strukturierte Arbeitsweise und Sorgfalt in der Dokumentation
  • Technisches Englisch, in international tätigen Firmen verhandlungssicher
  • Bereitschaft zu Dienstreisen und zeitweise hoher Arbeitsbelastung

Wo man arbeitet

  • Entwicklungsabteilungen von Maschinen- und Anlagenbauern
  • Automobilhersteller und Zulieferbetriebe
  • Elektronik-, Medizintechnik- und Energietechnikunternehmen
  • Ingenieur- und Entwicklungsdienstleister
  • Forschungsinstitute und Prüflabore

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist ein ingenieurwissenschaftliches Studium: sechs bis sieben Semester bis zum Bachelor, drei bis vier weitere bis zum Master. Praktika, Werkstudentenstellen und eine Abschlussarbeit im Betrieb erleichtern den Einstieg erheblich. Erfahrene Technikerinnen und Konstrukteure können über Konstruktion oder Versuch in die Entwicklung wechseln.

Offene Stellen als Development Engineer

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Konstrukteur

Konstrukteure entwerfen technische Bauteile, Maschinen und Anlagen am CAD-System und erstellen die Zeichnungen und Stücklisten, nach denen später gefertigt wird. Sie arbeiten zwischen Entwicklung, Einkauf und Produktion.

Offene Stellen
17
Monatsbrutto
3.000 – 7.000 €

Projektingenieur

Projektingenieure planen, steuern und überwachen technische Projekte – von der Anlagenerweiterung bis zur Entwicklung eines neuen Produkts. Sie verbinden technisches Fachwissen mit Termin-, Kosten- und Qualitätsverantwortung.

Offene Stellen
32
Monatsbrutto
3.600 – 9.000 €

Versuchsingenieur

Versuchsingenieure planen und führen technische Versuche durch, um Bauteile, Fahrzeuge oder Maschinen auf Festigkeit, Funktion und Lebensdauer zu prüfen. Sie werten Messdaten aus und leiten daraus Änderungen an der Konstruktion ab.

Offene Stellen
0
Monatsbrutto
3.800 – 8.200 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz