Chefarztsekretär
Chefarztsekretäre organisieren das Büro einer leitenden Ärztin oder eines leitenden Arztes im Krankenhaus: Termine, Korrespondenz, Arztbriefe, Privatliquidation und der Kontakt zu Patienten und Zuweisern laufen über ihren Schreibtisch.
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Was man als Chefarztsekretär verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.950 € | 3.300 € | 35.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.500 € | 3.900 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.100 € | 4.700 € | 49.200 € |
In kommunalen und kirchlichen Krankenhäusern richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD-K, an Universitätskliniken nach dem TV-L oder Haustarif, meist in den Entgeltgruppen E5 bis E9a je nach Umfang von Abrechnung und Sekretariatsleitung. Private Kliniken und Praxen zahlen frei verhandelt und liegen häufig darunter, Zulagen für Privatliquidation können den Unterschied ausgleichen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Chefarztsekretär?
Das Chefarztsekretariat ist die Schaltstelle einer Klinikabteilung. Hier laufen Anfragen von Patienten, Hausärzten, anderen Kliniken, Versicherungen und Anwälten zusammen. Chefarztsekretäre führen den Terminkalender des Chefarztes, koordinieren Sprechstunden und Operationstermine, organisieren Besprechungen, Visiten und Dienstreisen und halten den Überblick über Fristen.
Ein großer Teil der Arbeit besteht im Schreiben und Prüfen medizinischer Dokumente. Arztbriefe, Befunde, Gutachten und Operationsberichte werden nach Diktat erfasst oder aus Spracherkennungstexten korrigiert, mit der Patientenakte abgeglichen und versandt. Dazu kommt die Abrechnung wahlärztlicher Leistungen nach GOÄ, die Vorbereitung von Unterlagen für die Kodierung sowie Schriftverkehr mit Kostenträgern. In Universitätskliniken gehören Lehr- und Forschungsaufgaben dazu: Prüfungstermine, Publikationslisten, Anträge, Kongressanmeldungen.
Hinzu kommt der Umgang mit Menschen in Ausnahmesituationen. Angehörige rufen an, weil sie Auskunft wollen, Patienten drängen auf einen früheren Termin, Kollegen brauchen sofort einen Befund. Vieles davon muss abgewogen, priorisiert und höflich abgefedert werden, ohne die Schweigepflicht zu verletzen.
Wie wird man Chefarztsekretär?
Es gibt keine eigene Ausbildung. Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, meist Kaufmann im Gesundheitswesen, oder über die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten mit anschließender Erfahrung im Klinikbetrieb. Auch Bürokaufleute, Rechtsanwaltsfachangestellte oder Fremdsprachenkorrespondenten kommen in den Beruf, wenn sie sich medizinische Terminologie und Abrechnungskenntnisse aneignen. Verbreitet sind Weiterbildungen zur Medizinischen Schreibkraft, zur Arztsekretärin oder zur Fachkraft für Privatliquidation, oft in Teilzeitform an privaten Bildungsträgern oder Kliniksakademien.
Entscheidend ist in der Praxis weniger das Zertifikat als die Sicherheit in der Fachsprache, ein hohes Schreibtempo und die Fähigkeit, ein Sekretariat allein zu führen. Wer aus einer Klinikstation oder einem Facharztsekretariat aufsteigt, hat gute Karten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen meist in normalen Bürostunden, oft aber mit langen Tagen, wenn Sprechstunden ausufern oder Diktate liegen bleiben. Schichtdienst gibt es nicht, dafür schlechte Vertretbarkeit: Fällt das Sekretariat aus, stockt die Abteilung. Der Ton in Kliniken kann fordernd sein, Hierarchien sind ausgeprägt, und wer die Erwartungen eines Chefarztes nicht schnell liest, hat es schwer. Die Arbeit erfordert Diskretion, Belastbarkeit bei Dauerunterbrechungen und Genauigkeit, weil Fehler in Arztbriefen Folgen haben. Belastend empfinden viele die Konfrontation mit schweren Krankheitsverläufen und mit verzweifelten Angehörigen am Telefon.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil. Kliniken finden schwer Personal, das medizinische Terminologie und Abrechnung gleichzeitig beherrscht. Spracherkennung und Schreibdienste haben das Diktieren verändert, den Bedarf an Organisation und Prüfung aber nicht verringert. Entwicklungswege führen in die Leitung eines Zentralsekretariats, in die Privatliquidation, ins Medizincontrolling, in das Case Management oder in die Verwaltungsleitung einer Abteilung. Wer sich in Kodierung oder Qualitätsmanagement weiterbildet, verlässt das Sekretariat häufig ganz.
Aufgaben
- Termine, Sprechstunden und Besprechungen des Chefarztes koordinieren
- Arztbriefe, Befunde und Gutachten nach Diktat schreiben und korrigieren
- Patientenunterlagen anfordern, sortieren und Akten führen
- Wahlärztliche Leistungen nach GOÄ vorbereiten und abrechnen
- Anfragen von Patienten, Zuweisern, Versicherungen und Anwälten bearbeiten
- Dienstreisen, Kongressanmeldungen und Fortbildungen organisieren
- Lehr- und Forschungsunterlagen in Universitätskliniken verwalten
- Bewerbungs- und Personalvorgänge der Abteilung vorbereiten
Voraussetzungen
- abgeschlossene kaufmännische oder medizinische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Gesundheitswesen oder Medizinische Fachangestellte
- sichere Kenntnis der medizinischen Fachsprache und Abkürzungen
- hohes Schreibtempo, gute Rechtschreibung und Erfahrung mit Diktat oder Spracherkennung
- Routine in Office-Programmen und Klinikinformationssystemen
- Verschwiegenheit und Bewusstsein für Datenschutz und Schweigepflicht
- Belastbarkeit bei häufigen Unterbrechungen und hohem Arbeitsanfall
- freundliches, verbindliches Auftreten am Telefon und am Empfang
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser und Fachkliniken
- Universitätskliniken
- Rehabilitationskliniken
- große Facharztpraxen und Medizinische Versorgungszentren
- Privatkliniken
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, meist als Kaufmann im Gesundheitswesen oder als Medizinische Fachangestellte, gefolgt von Berufserfahrung in einer Klinik. Darauf setzen viele eine Weiterbildung zur Arztsekretärin, zur Medizinischen Schreibkraft oder im Bereich Privatliquidation auf, die je nach Anbieter wenige Monate bis ein Jahr in Teilzeit dauert. Ein direkter Quereinstieg aus anderen Sekretariatsberufen ist möglich, wenn medizinische Terminologie nachgewiesen wird.
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