Was macht ein Bereichsleiter Frischetheke?
Der Arbeitstag beginnt früh, meist zwischen fünf und sechs Uhr. Die Lieferungen aus Zerlegebetrieb oder Zentrallager werden angenommen, auf Temperatur, Gewicht und Frische geprüft und dokumentiert. Danach wird die Theke aufgebaut: Fleisch zerlegt und portioniert, Wurst aufgeschnitten, Salate und Convenience-Artikel eingesetzt, Preisschilder und Auszeichnung kontrolliert. Ab Öffnung steht der Bereichsleiter selbst mit im Verkauf, berät zu Zuschnitten und Garzeiten und bedient in Spitzenzeiten mit.
Dazu kommt die kaufmännische Seite: Bestellmengen festlegen, Abschriften und Bruch erfassen, Rohertrag und Warenverlust im Blick behalten, Aktionen umsetzen, Inventuren begleiten. Ein großer Teil der Verantwortung liegt bei Hygiene und Recht - HACCP-Dokumentation, Temperaturlisten, Reinigungspläne, Rückverfolgbarkeit, Schulung der Mitarbeitenden. Bei Kontrollen durch das Veterinäramt ist der Bereichsleiter der Ansprechpartner. Hinzu kommt die Personalführung: Dienstpläne, Urlaubsplanung, Einarbeitung von Aushilfen, Anleitung von Auszubildenden.
Wie wird man Bereichsleiter Frischetheke?
Der klassische Weg führt über eine Ausbildung als Fleischer oder Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Fleischerei, jeweils drei Jahre im dualen System. Danach folgen mehrere Jahre an der Theke, bevor die Leitung übertragen wird. Viele Handelsketten bilden intern weiter: Trainee- oder Nachwuchsführungsprogramme, Seminare zu Warenkunde, Kalkulation und Arbeitsrecht. Wer den Meisterbrief im Fleischerhandwerk oder den Handelsfachwirt macht, verbessert die Ausgangslage deutlich und darf selbst ausbilden.
Ein Quereinstieg ist möglich, aber selten ohne Fachkenntnis. Wer aus Gastronomie oder Küche kommt, bringt Warenkunde und Handwerk mit und kann sich in Hygiene- und Kassensysteme einarbeiten. Ohne Erfahrung im Umgang mit Fleisch ist die Stelle kaum zu füllen, weil Zuschnitt und Beurteilung von Frische nicht schnell erlernbar sind.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd. Stehen über die ganze Schicht, Heben von Kartons und Fleischkisten, Wechsel zwischen Verkaufsraum und Kühlhaus bei wenigen Grad, Feuchtigkeit, Kälte an den Händen. Messer und Aufschnittmaschinen bringen ein reales Verletzungsrisiko. Der Geruch von Rohfleisch ist ständig präsent.
Die Arbeitszeiten liegen früh, Samstagsarbeit ist die Regel, vor Feiertagen wird es lang. Personalmangel im Lebensmittelhandwerk führt dazu, dass Leitungskräfte häufig Lücken selbst schließen. Dazu kommt Verantwortungsdruck: Abschriften belasten den Ertrag, Hygieneverstöße können den Betrieb kosten, und im Kundenkontakt gibt es Beschwerden und ruppige Töne. Wer Konflikte im Team nicht ansprechen mag, kommt an dieser Stelle nicht weit.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Bedientheken gelten im Lebensmittelhandel als Profilierungsfläche, gleichzeitig fehlt es an Fleischern und Fachverkäuferinnen - qualifizierte Thekenleitungen sind gesucht, auch quer über Ketten hinweg. Entwicklungswege führen zur Marktleitung, in die Bezirks- oder Regionalbetreuung für Frische, in den Einkauf oder in die Qualitätssicherung. Mit Meisterbrief ist auch der Schritt in einen eigenen Betrieb oder in die Ausbildungsleitung möglich, wobei die Zahl selbstständiger Metzgereien seit Jahren zurückgeht.