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Bau & Immobilien

Bauleiter grabenlose Kanalsanierung

Bauleiter in der grabenlosen Kanalsanierung steuern Baustellen, auf denen defekte Abwasserleitungen ohne Aufgrabung instand gesetzt werden – etwa mit Inlinern, Kurzlinern oder Robotertechnik. Sie koordinieren Kolonnen, Technik und Termine und stehen gegenüber Auftraggebern für Qualität und Abrechnung ein.

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Gehalt

Was man als Bauleiter grabenlose Kanalsanierung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.200 € 5.000 € 5.800 € 60.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.200 € 6.200 € 7.800 € 74.400 €

Am stärksten wirken Unternehmensgröße und Bindung an den Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe beziehungsweise den Tarifvertrag für Angestellte im Baugewerbe; bei kommunalen Arbeitgebern gilt der TVöD, der planbarer aber meist niedriger zahlt als große Sanierungsunternehmen. Auslösen, Montagezuschläge, Nacht- und Wochenendzulagen sowie ein Firmenwagen erhöhen das reale Einkommen deutlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bauleiter grabenlose Kanalsanierung?

Kanäle unter Straßen, Höfen und Gebäuden sind vielerorts fünfzig Jahre und älter. Statt sie aufzugraben, werden sie von innen saniert: Schlauchliner werden eingezogen und mit UV-Licht oder Warmwasser gehärtet, Risse werden mit Kurzlinern überbrückt, Anschlüsse mit Fräsrobotern wieder geöffnet, ganze Haltungen im Berstlining- oder Pressverfahren ersetzt. Der Bauleiter organisiert diese Arbeiten. Er wertet Kamerabefahrungen und Schadensklassifizierungen aus, legt mit dem Auftraggeber – meist einer Stadtentwässerung oder einem Zweckverband – das Verfahren je Haltung fest und plant Reihenfolge, Gerätetechnik und Personal.

Im Alltag wechselt er zwischen Büro und Baustelle. Er schreibt Bautagebücher, prüft Aufmaße, ordnet Nachträge zu, koordiniert Abwasserumleitung und Wasserhaltung, kümmert sich um verkehrsrechtliche Anordnungen und Anwohnerinformationen und führt die Kolonnen der Sanierungsfahrzeuge. Er nimmt Proben von Linerabschnitten für die Fremdüberwachung, kontrolliert Aushärteprotokolle und begleitet die Abnahmebefahrung. Kommt es zu Faltenbildung, Wassereinbruch oder einem nicht gefundenen Anschluss, muss er vor Ort entscheiden.

Wie wird man Bauleiter grabenlose Kanalsanierung?

Der häufigste Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens oder der Siedlungswasserwirtschaft, oft mit Bachelorabschluss. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Praxis: Rohrleitungsbauer, Kanalbauer oder Industriemechaniker, die sich zum Meister oder staatlich geprüften Bautechniker weiterbilden und Jahre in Sanierungskolonnen gearbeitet haben. Quereinstiege aus dem Tiefbau oder der Rohrinspektion sind möglich, weil die Branche seit Jahren zu wenige Fachleute findet.

Branchenspezifisch kommen Zertifikate hinzu, die Auftraggeber oft verlangen: die Zertifizierung nach dem DWA-Regelwerk zum Sanierungsberater oder zur Fachkraft für Kanalsanierung, Schulungen zum Umgang mit Kanalinspektionssystemen, Nachweise für Arbeiten in abwassertechnischen Anlagen sowie eine Qualifikation zur Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet dort statt, wo Abwasser fließt. Geruch, Enge, Lärm von Saug- und Hochdruckfahrzeugen, Hitze in der Kanalgrube und Nässe gehören dazu. Wer selbst in Schächte einsteigt, braucht die arbeitsmedizinische Eignung für Atemschutz und muss frei von Höhen- und Engeangst sein. Viele Sanierungen laufen nachts oder am Wochenende, weil der Kanal dann weniger belastet ist und Straßen frei sind. Rufbereitschaft nach Starkregen oder bei Einbrüchen ist üblich.

Dazu kommt der kaufmännische Druck. Ausschreibungen sind knapp kalkuliert, Verzögerungen kosten Geld, und die Verantwortung für Termine, Nachträge und Mängelfreiheit liegt beim Bauleiter. Häufig werden mehrere Baustellen parallel geführt, verbunden mit vielen Fahrkilometern und teils Montageeinsätzen über Wochen. Wer klare Bürozeiten und wenig Konflikte sucht, ist hier falsch.

Aussichten

Der Sanierungsstau im deutschen Kanalnetz ist groß und wird über Jahrzehnte abgearbeitet; die Nachfrage nach Fachleuten ist stabil und übersteigt das Angebot deutlich. Wer Erfahrung mit mehreren Verfahren und mit öffentlichen Auftraggebern hat, findet leicht eine Stelle. Entwicklungswege führen zum Oberbauleiter, zur Niederlassungs- oder Bereichsleitung, in die Kalkulation, in die Sanierungsplanung eines Ingenieurbüros oder auf die Auftraggeberseite zu Stadtentwässerungsbetrieben, wo die Arbeitszeiten meist ruhiger sind. Auch die Sachverständigentätigkeit für Zustandsbewertung und Dichtheitsprüfung ist ein Weg.

Aufgaben

  • Kamerabefahrungen und Schadensklassifizierungen auswerten
  • Sanierungsverfahren je Haltung mit dem Auftraggeber festlegen
  • Kolonnen, Sanierungsfahrzeuge und Nachunternehmer einteilen
  • Abwasserumleitung, Wasserhaltung und Verkehrssicherung organisieren
  • Aushärteprotokolle, Linerproben und Abnahmebefahrungen kontrollieren
  • Aufmaße, Bautagebuch, Nachträge und Abrechnung erstellen
  • Anwohner, Behörden und Auftraggeber über Bauabläufe informieren
  • Arbeitssicherheit beim Schachteinstieg und in engen Räumen durchsetzen

Voraussetzungen

  • Studium im Bauingenieurwesen oder Abschluss als Bautechniker beziehungsweise Meister im Rohrleitungs- oder Kanalbau
  • Kenntnis der Sanierungsverfahren und des DWA-Regelwerks, häufig Zertifizierung als Fachkraft oder Berater für Kanalsanierung
  • Erfahrung mit Ausschreibung, VOB und Abrechnung öffentlicher Aufträge
  • Führerschein Klasse B, hohe Reisebereitschaft
  • Arbeitsmedizinische Eignung für Atemschutz und Arbeiten in engen Räumen
  • Durchsetzungsvermögen gegenüber Kolonnen, Nachunternehmern und Auftraggebern
  • Bereitschaft zu Nacht- und Wochenendeinsätzen

Wo man arbeitet

  • Spezialtiefbau- und Kanalsanierungsunternehmen
  • Rohrleitungsbaufirmen mit Sanierungsabteilung
  • Stadtentwässerungsbetriebe und Abwasserzweckverbände
  • Ingenieurbüros für Siedlungswasserwirtschaft
  • Baustellen im öffentlichen Straßenraum und auf Privatgrundstücken

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis vierjähriges Bachelorstudium im Bauingenieurwesen oder in der Siedlungswasserwirtschaft, gefolgt von einigen Jahren als Bauleiterassistent. Der zweite Weg führt über eine dreijährige Ausbildung im Rohrleitungs- oder Kanalbau, mehrere Jahre Praxis und die Weiterbildung zum staatlich geprüften Bautechniker oder Meister. In beiden Fällen kommen Zertifikatskurse nach DWA-Regelwerk hinzu.

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