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Bau & Immobilien

Bauleiter Gleisbau

Bauleiter im Gleisbau steuern den Neubau, Umbau und die Instandhaltung von Bahnstrecken auf der Baustelle. Sie koordinieren Personal, Maschinen und Sperrpausen und verantworten Termine, Kosten und Sicherheit im Gleisbereich.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bauleiter Gleisbau verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 4.800 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.300 € 6.200 € 63.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 6.800 € 8.500 € 81.600 €

Entscheidend sind Betriebsgröße und Tarifbindung: In Betrieben mit Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe oder mit Tarifwerken der Deutschen Bahn liegen die Grundgehälter fester, in der freien Wirtschaft wird stärker verhandelt. Nacht-, Sonntags- und Montagezuschläge sowie Auslöse erhöhen das tatsächliche Einkommen im Gleisbau oft deutlich über das Grundgehalt hinaus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bauleiter Gleisbau?

Bauleiter im Gleisbau führen Baustellen an Schienenwegen: Sie lassen Schotter ausbauen, Schwellen und Schienen wechseln, Weichen einbauen, Gleise stopfen und richten, Entwässerung und Erdplanum herstellen. Vor Baubeginn prüfen sie Ausführungspläne, Vermessungsdaten und Leistungsverzeichnisse, kalkulieren Nachträge und bestellen Material, Großmaschinen und Nachunternehmer. Auf der Baustelle teilen sie die Rotten ein, weisen Maschinenführer und Fremdfirmen ein, dokumentieren Bautagebuch und Aufmaß und rechnen die Leistungen ab.

Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Terminplanung um Sperrpausen. Gleise stehen nur in festgelegten Zeitfenstern zur Verfügung, oft nachts oder am Wochenende. Wer eine Sperrpause nicht nutzt, verliert Wochen. Bauleiter stimmen sich deshalb laufend mit Fahrdienstleitung, Bauüberwachung der Bahn, Sicherungsunternehmen und Betriebsleitung ab. Sie verantworten außerdem die Arbeitssicherheit im Gefahrenbereich: Sicherungsplan, Warnsysteme, Oberleitungsschutz, Einweisung der Beschäftigten.

Wie wird man Bauleiter Gleisbau?

Der häufigste Weg führt über ein Studium im Bauingenieurwesen, gern mit Schwerpunkt Verkehrswegebau oder Eisenbahnwesen, als Bachelor oder Master. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Praxis: Ausbildung zum Gleisbauer oder Tiefbaufacharbeiter, anschließend Weiterbildung zum Bautechniker oder Meister im Gleisbau und dann Übernahme von Bauleitungsaufgaben. Quereinstiege aus dem Straßen- oder Tiefbau kommen vor, verlangen aber die bahnspezifischen Qualifikationen: Nachweise als Sicherungsaufsicht oder Sicherungsplaner, Kenntnis der Regelwerke der Deutschen Bahn und je nach Aufgabe eine Zulassung als Bauüberwacher.

Berufseinsteiger arbeiten meist ein bis drei Jahre als Bauleiterassistenz oder Polier neben einem erfahrenen Bauleiter, bevor sie eine Baustelle allein verantworten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind der härteste Punkt. Gleisbau findet statt, wenn keine Züge fahren: nachts, an Wochenenden, in Ferienzeiten, im Sommer bei Hitze und im Winter bei Frost. Montagearbeit über Wochen fern vom Wohnort ist in der Branche Normalität, viele Unternehmen setzen Reisebereitschaft voraus. Der Zeitdruck in Sperrpausen ist erheblich, Fehler kosten sofort Geld und können den Zugbetrieb verzögern.

Dazu kommt Verantwortung für Menschen. Der Gefahrenbereich Gleis ist unfallträchtig, Oberleitungen führen Hochspannung, Großmaschinen arbeiten auf engem Raum. Bauleiter müssen Anweisungen durchsetzen, auch gegen Widerstand, und in der Nacht klare Entscheidungen treffen. Verlangt werden Führerschein, gesundheitliche Eignung nach bahnspezifischer Tauglichkeitsuntersuchung, Belastbarkeit und Sicherheit im Umgang mit Verträgen, VOB und Abrechnung.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Das deutsche Schienennetz wird über Jahre saniert, Generalsanierungen von Korridoren, Digitale Schiene und Elektrifizierung binden Kapazitäten. Gleichzeitig gehen viele erfahrene Bauleiter in Rente, Nachwuchs fehlt. Wer die bahnspezifischen Nachweise hat, findet ohne lange Suche eine Stelle, oft mit Auswahl zwischen Bauunternehmen, Ingenieurbüros und der Bahn selbst.

Entwicklungswege führen zum Oberbauleiter mit mehreren Baustellen, in die Niederlassungs- oder Betriebsleitung, in die Kalkulation, in die Bauüberwachung auf Auftraggeberseite oder in die Projektsteuerung großer Infrastrukturvorhaben. Wer die Nachtarbeit langfristig nicht will, wechselt häufig in Planung, Bauüberwachung oder Verwaltung beim Infrastrukturbetreiber.

Aufgaben

  • Bauablauf und Sperrpausen mit Auftraggeber und Fahrdienstleitung abstimmen
  • Rotten, Maschinenführer und Nachunternehmer einteilen und einweisen
  • Ausführungspläne, Vermessungsdaten und Leistungsverzeichnisse prüfen
  • Material, Großmaschinen und Fremdleistungen disponieren
  • Arbeitssicherheit im Gleisbereich und Sicherungsmaßnahmen überwachen
  • Bautagebuch, Aufmaß und Nachträge dokumentieren und abrechnen
  • Qualität von Gleislage, Schotterbett und Weicheneinbau kontrollieren
  • Termine, Kosten und Behinderungen gegenüber der Bauleitung berichten

Voraussetzungen

  • Studium Bauingenieurwesen oder Weiterbildung zum Bautechniker beziehungsweise Meister im Gleisbau
  • Kenntnis der Bahnregelwerke, gern Nachweise als Sicherungsaufsicht oder Sicherungsplaner
  • Erfahrung mit VOB, Kalkulation und Abrechnung von Bauleistungen
  • Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Montagearbeit
  • Führerschein Klasse B und hohe Reisebereitschaft
  • Gesundheitliche Eignung nach bahnspezifischer Tauglichkeitsuntersuchung
  • Durchsetzungsfähigkeit und Entscheidungssicherheit unter Zeitdruck

Wo man arbeitet

  • Gleisbau- und Bahnbauunternehmen
  • Ingenieur- und Planungsbüros für Verkehrsanlagen
  • Infrastrukturbetreiber wie DB InfraGO
  • Bauabteilungen von Nahverkehrs- und Privatbahnen
  • Baustellen im Streckennetz, in Bahnhöfen und Betriebswerken

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Verkehrswegebau, sechs bis zehn Semester. Alternativ führt der Weg über eine dreijährige Ausbildung im Gleisbau, mehrere Jahre Praxis und eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Bautechniker oder Meister. In beiden Fällen folgt eine Einarbeitung von ein bis drei Jahren als Assistenz eines erfahrenen Bauleiters, ergänzt um bahnspezifische Qualifikationen.

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