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Finanzen & Controlling

Application Manager Core Banking

Application Manager Core Banking betreuen die zentralen Bankanwendungen, in denen Konten, Zahlungen und Kredite verwaltet werden. Sie halten das System lauffähig, steuern Releases und übersetzen zwischen Fachabteilung und IT.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Application Manager Core Banking verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.600 € 6.800 € 67.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.200 € 9.500 € 86.400 €

In Sparkassen und Genossenschaftsbanken richtet sich die Vergütung nach dem TVöD-S beziehungsweise dem Tarifvertrag für private Banken, dort ist die Spanne eng, dafür kommen 13. Monatsgehalt und Zulagen für Rufbereitschaft hinzu. Deutlich höher liegen frei verhandelte Gehälter bei Großbanken, Softwarehäusern und Beratungen, besonders bei Spezialwissen zu Avaloq, Temenos oder SAP Banking.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Application Manager Core Banking?

Das Kernbankensystem ist die Software, in der eine Bank ihre Konten führt, Zahlungen verbucht, Kredite verwaltet und Zinsen berechnet. Verbreitet sind agree21 und OSPlus im Genossenschafts- und Sparkassensektor, dazu Avaloq, Temenos, SAP Banking oder Eigenentwicklungen bei Privat- und Landesbanken. Application Manager sind für den Betrieb und die Weiterentwicklung dieser Anwendungen verantwortlich.

Der Alltag besteht aus mehreren Strängen. Zum einen der laufende Betrieb: Batchläufe der Nacht kontrollieren, abgebrochene Verarbeitungen nachziehen, Störungen im zweiten oder dritten Support-Level analysieren, Schnittstellen zu Zahlungsverkehr, Meldewesen und Depotführung überwachen. Zum anderen Änderungen: neue Releases des Herstellers testen, Parametrisierungen anpassen, Produkte und Konditionen im System einrichten, Anforderungen der Fachbereiche aufnehmen und in Change Requests überführen. Dazu kommt Dokumentation für Revision und Aufsicht, denn Kernbankensysteme fallen unter die BAIT und werden regelmäßig geprüft.

Vieles läuft über Gespräche. Die Fachabteilung beschreibt ein Problem in ihrer Sprache, der Hersteller oder das Rechenzentrum antwortet in seiner. Application Manager stehen dazwischen und müssen beide Seiten verstehen.

Wie wird man Application Manager Core Banking?

Es gibt keinen Ausbildungsberuf mit diesem Namen. Zwei Wege dominieren. Der erste führt über ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt, danach Einstieg in der Bank-IT, bei einem IT-Dienstleister der Finanzbranche oder in der Beratung. Der zweite führt aus der Bank selbst: eine Ausbildung zum Bankkaufmann, einige Jahre im Zahlungsverkehr, in der Marktfolge Kredit oder im Wertpapiergeschäft, dann der Wechsel in die anwendungsbetreuende Einheit. Fachwissen über Bankprodukte ist in diesem Beruf ebenso wichtig wie technisches Verständnis, und es lässt sich schwerer nachholen als SQL.

Gefragt sind Kenntnisse in SQL, Grundlagen von Unix und Shell, Verständnis von Schnittstellenformaten wie SWIFT MT, ISO 20022 oder XML, dazu ITIL-Prozesse für Incident- und Change-Management. Programmieren gehört meist nicht zum Kern, Skripten schon.

Was der Beruf verlangt

Kernbankensysteme dürfen nicht stillstehen. Releases und Migrationen werden in Wochenendfenster gelegt, Nachtarbeit bei Jahresabschluss oder Systemumstellungen kommt vor. Rufbereitschaft ist in vielen Häusern Teil der Stelle. Wenn ein Batchlauf hängt und morgens keine Kontoumsätze sichtbar sind, entsteht schnell Druck, weil Tausende Kunden und der halbe Vertrieb betroffen sind.

Die Arbeit ist stark reguliert und gut dokumentiert, das bremst Tempo und fordert Geduld mit Formularen. Wer schnelle Ergebnisse und moderne Technologiestacks sucht, stößt an Grenzen: Vieles ist über Jahrzehnte gewachsen, teils Host-basiert, und Änderungen brauchen Abstimmung mit Aufsicht, Revision und Hersteller.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und eher steigend. Banken konsolidieren Systeme, migrieren in die Cloud und lösen Altanwendungen ab, während erfahrene Betreuer in Rente gehen. Wer Kernbankenwissen mit technischer Tiefe verbindet, wird gesucht, auch von Beratungen und den großen Rechenzentralen. Entwicklungswege führen in die Rolle des Application Owners für einen ganzen Systemverbund, in die IT-Projekt- und Programmleitung, in die Enterprise-Architektur oder in die Beratung mit Reisetätigkeit.

Aufgaben

  • nächtliche Batchverarbeitungen überwachen und Abbrüche nachverarbeiten
  • Störungen im Second- und Third-Level-Support analysieren und beheben
  • Releases und Patches des Herstellers testen und einführen
  • Bankprodukte, Konditionen und Parameter im System einrichten
  • Anforderungen der Fachbereiche aufnehmen und in Change Requests überführen
  • Schnittstellen zu Zahlungsverkehr, Meldewesen und Depotsystemen betreuen
  • Betriebs- und Testdokumentation für Revision und Aufsicht pflegen
  • Hersteller, Rechenzentrale und externe Dienstleister steuern

Voraussetzungen

  • Studium der Wirtschaftsinformatik, Informatik oder BWL oder Bankausbildung mit IT-Erfahrung
  • Verständnis von Bankprodukten und Buchungslogik
  • Kenntnisse in SQL, Grundlagen Unix und Skripting
  • Erfahrung mit ITIL-Prozessen für Incident-, Change- und Releasemanagement
  • Bereitschaft zu Wochenendfenstern und Rufbereitschaft
  • Fähigkeit, zwischen Fachsprache und Technik zu übersetzen
  • Englisch für Herstellerdokumentation und internationale Systeme

Wo man arbeitet

  • Sparkassen, Genossenschafts-, Privat- und Landesbanken
  • IT-Dienstleister und Rechenzentralen der Finanzbranche
  • Softwarehäuser für Kernbankensysteme
  • IT- und Managementberatungen mit Bankfokus
  • Zahlungsdienstleister und Bausparkassen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt, drei bis fünf Jahre, danach Einstieg in der Bank-IT oder bei einem Finanz-IT-Dienstleister. Ebenso verbreitet ist der Weg über die dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann mit einigen Jahren Fachpraxis und anschließendem Wechsel in die Anwendungsbetreuung. Herstellerschulungen und ITIL-Zertifikate werden meist im Betrieb nachgeholt.

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