Anlagenmechaniker HLS
Anlagenmechaniker für Heizung, Lüftung und Sanitär installieren und warten Wasser-, Heizungs- und Klimaanlagen in Wohnhäusern, Betrieben und öffentlichen Gebäuden. Sie verlegen Rohre, setzen Heizkessel und Wärmepumpen in Betrieb und beheben Störungen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Anlagenmechaniker HLS verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.850 € | 3.200 € | 34.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.450 € | 4.000 € | 41.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.200 € | 5.200 € | 50.400 € |
Maßgeblich sind Tarifbindung und Region: In Betrieben mit dem Bundesrahmentarifvertrag bzw. den Landestarifen des SHK-Handwerks liegen die Löhne im Westen deutlich über denen im Osten, industrienahe Anlagenbauer nach IG-Metall-Tarif zahlen mehr als kleine Handwerksbetriebe. Zulagen für Rufbereitschaft, Montage und Überstunden erhöhen das reale Einkommen oft spürbar, Meistertitel und Kältemittel-Sachkunde ebenfalls.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Anlagenmechaniker HLS?
Der Arbeitstag beginnt meist im Betrieb mit dem Beladen des Transporters, danach geht es zur Baustelle oder zum Kunden. Auf Neubauten verlegen Anlagenmechaniker Trink- und Abwasserleitungen, montieren Heizkörper oder Flächenheizungen, setzen Badewannen, Duschen und WCs, schließen Lüftungskanäle an. Rohre werden gebogen, gesägt, gepresst, verschraubt und teils gelötet oder geschweißt. Anschließend folgen Druckprobe, Dichtheitsprüfung, Spülung und die hydraulische Einregulierung der Heizung.
In der Wartung und im Kundendienst sieht der Tag anders aus: mehrere Termine pro Tag, Heizungswartungen, Filterwechsel in Lüftungsanlagen, Fehlersuche an Reglern und Umwälzpumpen, Austausch defekter Ventile. Zunehmend geht es um Wärmepumpen, Solarthermie, Frischwasserstationen und die Anbindung an Gebäudeleittechnik. Dazu gehören auch Messprotokolle, Anlagendokumentation und die Beratung von Kunden, die zwischen Sanierungsvarianten entscheiden müssen.
Wie wird man Anlagenmechaniker HLS?
Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im Handwerk oder in der Industrie. Rechtlich genügt jeder Schulabschluss, in der Praxis stellen Betriebe meist mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife ein; verlangt werden brauchbare Kenntnisse in Mathematik und Physik. Der Unterricht in der Berufsschule behandelt Hydraulik, Werkstoffe, Regelungstechnik und Vorschriften wie die Trinkwasserverordnung.
Quereinstieg ist möglich, etwa über eine Umschulung mit externer Gesellenprüfung oder als angelernte Kraft im Rohrleitungsbau, wobei ohne Abschluss die anspruchsvollen und besser bezahlten Aufgaben verschlossen bleiben. Nach der Ausbildung folgen häufig Zusatzqualifikationen: Kältemittel-Sachkunde, Gas- und Wasserinstallateur-Eintrag, Flüssiggas, Schweißerprüfungen, Herstellerschulungen für Wärmepumpen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd. Knien in Rohgräben, Arbeiten über Kopf, Heben von Heizkesseln und Rohrbündeln, enge Schächte, Staub, Lärm und im Rohbau Kälte und Nässe. Rücken und Knie werden über die Jahre beansprucht. Baustellen sind oft nicht fertig vorbereitet, Termindruck und Abstimmung mit anderen Gewerken gehören zum Alltag.
Die Regelarbeitszeit liegt bei 38 bis 40 Stunden, häufig mit früherem Beginn. Wer im Kundendienst arbeitet, übernimmt Rufbereitschaft an Wochenenden und in der Heizperiode Überstunden, weil ein Heizungsausfall im Januar nicht warten kann. Fahrzeiten kommen hinzu, bei überregional tätigen Betrieben auch Montage mit Übernachtung. Nötig sind technisches Verständnis, sorgfältiges Arbeiten, weil Fehler zu Wasserschäden führen, sowie Geduld im Umgang mit Kunden. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch Voraussetzung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Heizungstausch, Sanierungspflichten und der Umbau auf Wärmepumpen sorgen für Auftragsbestände, die Betriebe über Monate binden; gleichzeitig fehlen Fachkräfte, was die Verhandlungsposition verbessert. Wer den Wärmepumpen- und Lüftungsbereich beherrscht, ist besonders gesucht.
Entwicklungswege führen über den Vorarbeiter oder Obermonteur zum Meister, damit zur Betriebsleitung oder zum eigenen Betrieb. Alternativen sind der Servicetechniker beim Hersteller, die Technikerschule, ein Studium der Versorgungstechnik oder der Wechsel in die Planung, den technischen Vertrieb oder das Facility Management, was den körperlichen Belastungen mit den Jahren entgegenkommt.
Aufgaben
- Trinkwasser-, Abwasser- und Heizungsleitungen verlegen und verbinden
- Sanitärobjekte, Heizkörper und Fußbodenheizungen montieren
- Heizkessel, Wärmepumpen und Solaranlagen anschließen und in Betrieb nehmen
- Lüftungskanäle und Klimageräte einbauen
- Dichtheitsprüfungen, Druckproben und hydraulischen Abgleich durchführen
- Wartungen, Störungssuche und Reparaturen im Kundendienst
- Kunden zu Anlagentechnik und Sanierungsvarianten beraten
- Messwerte, Wartungsberichte und Anlagendokumentation erstellen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Anlagenmechaniker SHK oder vergleichbare Qualifikation
- technisches Verständnis, Grundkenntnisse in Mathematik und Physik
- körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und Beweglichkeit für Arbeiten in engen Räumen
- sorgfältige, normgerechte Arbeitsweise
- Führerschein Klasse B
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft, Überstunden und wechselnden Einsatzorten
- je nach Aufgabe Kältemittel-Sachkunde oder Schweißerprüfung
Wo man arbeitet
- Handwerksbetriebe für Sanitär, Heizung und Klima
- Anlagenbau- und Rohrleitungsbaufirmen
- technische Gebäudeausrüster und Baugewerbe
- Werks- und Gebäudetechnik von Industriebetrieben, Kliniken und Kommunen
- Kundendienst von Heizungs- und Wärmepumpenherstellern
- Facility-Management-Dienstleister
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im Betrieb und in der Berufsschule. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer beziehungsweise der Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer. Anschließend sind Meisterschule, Technikerschule oder Zusatzscheine für Kältemittel und Gasinstallation die üblichen Aufbauschritte.
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