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Handwerk & Produktion

Abteilungsleiter Produktion

Abteilungsleiter in der Produktion verantworten die Fertigung eines Bereichs: Personaleinsatz, Termine, Ausschussquoten und Kosten. Sie führen Meister und Schichtteams und berichten an die Werk- oder Betriebsleitung.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Abteilungsleiter Produktion verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.200 € 5.000 € 6.000 € 60.000 €
Mit Berufserfahrung 5.200 € 6.300 € 7.800 € 75.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 8.000 € 11.000 € 96.000 €

In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Vergütung nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder dem Chemie-Tarifvertrag, häufig in den oberen Entgeltgruppen oder als außertariflicher Vertrag. Am stärksten wirken Branche, Betriebsgröße und Größe des verantworteten Bereichs: Ein Konzernwerk mit dreihundert Beschäftigten in der Abteilung zahlt deutlich mehr als ein mittelständischer Zulieferer, dazu kommen oft Bonusanteile von zehn bis zwanzig Prozent.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Abteilungsleiter Produktion?

Ein Abteilungsleiter Produktion steuert einen abgegrenzten Fertigungsbereich, etwa Montage, Zerspanung, Spritzguss oder Abfüllung. Der Tag beginnt meist mit der Schichtübergabe und einem Blick auf die Kennzahlen der Nacht: Stückzahlen, Stillstände, Ausschuss, Krankmeldungen. Danach wird verteilt, was verteilbar ist. Fehlt eine Fachkraft an einer Anlage, muss umbesetzt werden. Ist eine Maschine ausgefallen, wird mit Instandhaltung und Arbeitsvorbereitung ein neuer Reihenfolgeplan gemacht.

Die Arbeit besteht zu großen Teilen aus Abstimmung: mit der Logistik über Materialverfügbarkeit, mit der Qualitätssicherung über Sperrbestände und Reklamationen, mit dem Vertrieb über Liefertermine, mit dem Betriebsrat über Schichtmodelle und Überstunden. Dazu kommen Investitionsanträge, Budgetkontrolle, Schichtpläne, Urlaubsplanung, Mitarbeitergespräche und die Verantwortung für Arbeitssicherheit im Bereich. Wer Lean-Methoden einsetzt, moderiert Shopfloor-Runden, begleitet Verbesserungsprojekte und arbeitet an Rüstzeiten und Materialflüssen.

Wie wird man Abteilungsleiter Produktion?

Es gibt zwei übliche Wege. Der erste führt über die gewerbliche Ausbildung in einem Metall-, Elektro-, Chemie- oder Kunststoffberuf, mehrere Jahre Praxis, dann die Weiterbildung zum Industriemeister oder Technischen Fachwirt und Stationen als Schichtführer und Meister. Der zweite Weg ist ein Studium in Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Produktionstechnik mit anschließender Zeit als Fertigungs- oder Projektingenieur. Ein direkter Einstieg als Abteilungsleiter ist selten; Führungserfahrung in der Produktion wird fast immer verlangt.

Quereinstiege kommen vor, etwa aus der Instandhaltung, der Qualitätssicherung oder von Bundeswehr-Zeitsoldaten mit Führungshintergrund. Entscheidend ist, dass der Bereich technisch verstanden wird - Beschäftigte merken schnell, wenn jemand die Anlage nicht kennt.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf steht zwischen zwei Fronten. Von oben kommen Kosten- und Terminziele, von unten Personalengpässe und Unzufriedenheit über Schichtpläne. Konflikte gehören zum Alltag: Abmahnungen, Leistungsgespräche, Diskussionen über Sonderschichten. Wer keine unangenehmen Entscheidungen treffen und begründen will, hält das nicht lange durch.

Die Arbeitszeit ist nominell Tagdienst, faktisch länger. Anlaufprobleme, Audits, Kundenbesuche und Jahresinventuren verschieben Feierabende. In Werken mit Konti-Betrieb ist Rufbereitschaft üblich, Wochenendeinsätze bei Umbauten normal. Die Umgebung ist laut, staubig oder warm, Sicherheitsschuhe und Gehörschutz sind Pflicht, und ein guter Teil des Tages wird stehend und gehend verbracht. Unfälle im eigenen Bereich sind eine reale Belastung, auch rechtlich.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil erfahrene Produktionsführungskräfte knapp sind. Viele Industriebetriebe finden kaum Nachwuchs, der Schichtnähe und Personalverantwortung zugleich akzeptiert. Gleichzeitig hängt der eigene Arbeitsplatz an der Branche: In der Automobilzulieferung sind Werksverlagerungen und Schließungen ein reales Risiko, in Pharma, Lebensmitteln und Verpackung ist die Lage ruhiger.

Entwicklungswege führen zur Leitung mehrerer Bereiche, zur Werk- oder Betriebsleitung oder in Querschnittsfunktionen wie Produktionsplanung, Operational Excellence und Supply Chain. Wer international arbeiten will, findet in Konzernen Aufgaben beim Aufbau neuer Standorte. Zusatzqualifikationen in Lean Management, Six Sigma oder ein berufsbegleitender MBA helfen beim Sprung auf die nächste Ebene.

Aufgaben

  • Fertigungsbereich nach Menge, Termin, Qualität und Kosten steuern
  • Meister, Schichtführer und Fertigungsteams führen und einsetzen
  • Kennzahlen wie Ausschuss, Verfügbarkeit und Stückzahlen auswerten
  • Schicht-, Urlaubs- und Personalbedarfsplanung verantworten
  • Arbeitssicherheit und Ordnung im Bereich durchsetzen
  • Verbesserungsprojekte zu Rüstzeiten, Layout und Materialfluss leiten
  • Budget, Investitionsanträge und Instandhaltungskosten verantworten
  • Mit Qualitätssicherung, Logistik, Vertrieb und Betriebsrat abstimmen

Voraussetzungen

  • Industriemeister, Technischer Betriebswirt oder Studium in Maschinenbau, Verfahrenstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen
  • mehrjährige Erfahrung in der Produktion, davon Zeit mit Personalverantwortung
  • technisches Verständnis der Anlagen und Prozesse im eigenen Bereich
  • Durchsetzungsfähigkeit und Belastbarkeit in Konfliktsituationen
  • Kenntnisse in Lean-Methoden, Arbeitssicherheit und Arbeitsrecht
  • Bereitschaft zu langen Tagen, Rufbereitschaft und Wochenendeinsätzen
  • Englisch in international aufgestellten Betrieben

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe der Metall- und Elektroindustrie
  • Automobil- und Zulieferwerke
  • Chemie-, Pharma- und Kunststoffproduktion
  • Lebensmittel- und Verpackungsbetriebe
  • größere Handwerks- und Serienfertigungsbetriebe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine gewerblich-technische Ausbildung von dreieinhalb Jahren, danach mehrere Jahre Praxis und die Weiterbildung zum Industriemeister, die berufsbegleitend zwei bis drei Jahre dauert. Alternativ führt ein Bachelor- oder Masterstudium in Maschinenbau, Verfahrenstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen in den Beruf. In beiden Fällen folgen Jahre als Schichtführer, Meister oder Fertigungsingenieur, bevor die Abteilungsleitung übernommen wird.

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